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Altenberger
Dom im Bergischen Land Nordrhein-Westfalen |
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D er Bergische DomGeschichte |
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Z um 600sten Todestag des Bischofs Wikbold von KulmAutor: Norbert Orthen |
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Wikbold von Kulm wurde als Wikbold Dobbelstein am 26. Januar 1312 als Sohn des Dithmar Dobbelstein und seiner Ehefrau Margarethe vermutlich in Köln oder im niederrheinischen Herzogtum Limburg geboren. 1352 wird er als Kaplan des Hochmeisters des Deutschen Ordens Winrich von Kniprode und als Domherr in Kulm (östlich der Weichsel, im heutigen Polen) bezeugt. 1363 weihte ihn Papst Urban V., der in Avignon residierte, zum Bischof von Kulm. Robert Flink vermutet ,,alles, auch das Wappen des Deutschen Ordens auf seiner Grabplatte, spricht dafür", daß der Deutsche Orden an Wikbolds Wahl zum Bischof beteiligt war, ,,war doch das Bistum Kulm ... dem Deutschen Orden sogar inkorporiert". 1375 wurde Bischof Wikbold jedoch im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen mit dem Landadel und dem Hochmeister der Deutschen Ordens überfallen und gefangengenommen. Erst nach etwa 8 Wochen konnte der damals 63jährige Bischof seiner Kerkerhaft nach einer Zahlung von Lösegeld entkommen; mußte dann aber seine Diözese verlassen. Zunächst wohnte er in Koblenz, wo er ein Haus im Hof Vogelsang aus dem Besitz des Kartäuserklosters erwarb, von dem er sich 1387 wieder trennte. Schon kurze Zeit nach 1375, der Zeitpunkt läßt sich nicht mehr ermitteln, zog er zumindest zeitweise in den Altenberger Hof in der Kölner Johannisstraße, wo er schließlich ab 1386 bis an sein Lebensende, im damals hohen Alter von 86 Jahren, seine Wohnung nahm, und den er großzügig wiederherstellte. Auf jeden Fall mußte er bereits vor 1379 manchmal hier gewohnt haben, da er ja in diesem Jahr die Weihe des Altenberger Domes mit Erlaubnis und sicher auch im Auftrag des Kölner Erzbischofs Friedrich von Saarwerden (1370-1414) vornahm. 1385 resignierte er schließlich auf sein Bistum und mußte nun jahrelang um eine vom Papst zugestandene Rente in Höhe von 500 Gulden streiten. Daß Wikbold Köln zu seinem Aufenthalt wählte, ist nicht verwunderlich, da Köln zu dieser Zeit eine der bedeutendsten Städte und vielleicht ja auch seine Geburtsstadt war. Eine andere Frage ist aber, wieso er gerade im Stadthof der Altenberger Zisterzienser seine Wohnung nahm. Hier vermutet Flink , und dies sicher mit Recht, daß Wikbold, "der als Bischof von Kulm die Lebensform des Deutschen Ritterordens kannte, diese als klösterliche Lebensform ablehnte und er im Wirken der Zisterzienser, möglicherweise eben auch der Altenberger sogenannten Kölner Klöstern, die so weit nicht von seinem ehemaligen Amtssitz entfernt lagen, das Ideal des klösterlichen Lebens erblickte: Beten und arbeiten, ohne Waffen, ohne je kämpfen und töten zu müssen im Namen des Herrn." |
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Wikbolds Grab in Altenberg
Die Altenberger Mönche wußten die großzügigen Schenkungen Wikbolds durchaus zu würdigen. Aus Dankbarkeit errichteten sie ihm nach seinem Tod ein außergewöhnliches Grabmal in der Mitte des Chorraums, dem ehrwürdigsten Platz im Kirchenraum. Es handelte sich hierbei um ein Hochgrab von ca. 310 x 172 cm Größe und einer Höhe (nach Jongelinus) von etwa 3 Fuß. Das Grabmal galt als das künstlerisch bedeutendste unter den ver-schwundenen Denkmälern des Domes. Es war ringsum mit Messingplatten bekleidet, die Passionsdarstellungen enthielten, auf der Deckplatte, in einer reichen gotischen Umrahmung, war Wikbold in seinem Bischofsornat in fünftürmiger Himmelsarchitektur dargestellt. (Hiervon hat sich glücklicherweise ein Papierabzug erhalten, den der Kölner Konservator Matthias Joseph De Noël noch vor der Vernichtung des Grabes (1821?) ausgeführt hat und der im Kölnischen Stadtmuseum aufbewahrt wird.) Zusammen mit dem goldenen Hauptaltar, dem goldenen Westfenster, den um 1400 etwa 26 Altären spiegelte das goldfarbene Hochgrab Wikbolds nun auch das neue Denken in der Frage der Ausstattung des zisterziensischen Gotteshauses wider. Es ist ein weiter Weg von der zisterzensischen Strenge der Klosterkirche der Zeit um 1275, wie sie sich in der Architektur und den Fenstern des Chores und im Nordfenster zeigt, bis zur Ausstattung um 1400 und weiter zum Barock hin. |
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Die Zerstörung des Grabs in Altenberg
Als nach der Säkularisation und Zweckentfremdung des Klosters und dem damit in Zusammenhang stehenden Brand in den Klostergebäuden im Jahre 1815, der auch die Kirche in Mitleidenschaft zog, Teile der Ausstattung aus dem Dom entfernt wurden, wurde auch das Grab Wikbolds nach über 400 Jahren gestört und schließlich oberflächlich völlig vernichtet. Der 1815 zuständige Odenthaler Pfarrer C. P. Braun, der möglichst viel in Altenberg zu retten suchte und der gegenüber dem Erzbistum auch genaue Mitteilungen über die Zerstörungen in der Kirche machte , vermerkte am 31. Dezember 1815 im Odenthaler Kirchenbuch: ,,Durch Abbrechung eines massiven kupfernen Kreuzes vor dem hohen Altare an der Grabstätte des seligen Wicboldi, Bischofs von Kulm, welcher über 400 Jahre allda begraben liegt, wurde diese Grabstätte aufgerissen, und dieser Bischof mit dem Sarge und Kleidung noch ganz unverwesen gefunden, und von vielen hundert Menschen gesehen worden." Anläßlich der 600-Jahrteier der Weihe des Altenberger Doms im Jahre 1979 forderte bereits Robert Flink in seinem Aufsatz: ,,Unser Jubiläum 1379 - 1979 wäre der rechte Anlaß, dieses bedeutende Kulturdenkmal und künstlerisch vielleicht bedeutendste Grabmal in Altenberg genauer zu untersuchen und zu würdigen und gegebenenfalls wiederherzustellen." Zwanzig Jahre sind seitdem fast vergangen; nichts ist in dieser Richtung bislang erfolgt. Vielleicht bietet aber die Erinnerung an den Todestag Wikbolds vor 600 Jahren heute die Gelegenheit, zumindest die Stelle seines Grabes im Altenberger Dom zu kennzeichnen, zumal im Zusammenhang mit der großen Gesamtsanierung der Kirche hierzu die Umstände besonders günstig wären. Auch wir, die wir heute staunend vor dem Westfenster stehen und die grandiose Architektur des Domes betrachten, sollten uns dankbar an Wikbold von Kulm erinnern oder erinnern lassen, diesen großen Wohltäter Altenbergs. |
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Anmerkung: Die Übersetzung der umlaufenden Inschrift auf Wikbolds Grab lautet (in der Übertragung nach Flink): "Im Jahre des Herren 1398, am 21. Des Monats Juli, starb der ehrwürdige in Christus Geistlicher und Herr, Herr Wikbold, Bischof von Kulm, dessen Zeiten der Geburt und Bischofsweihe im folgenden Gedicht vermerkt werden: Siehe die Zeit des Frühlings und der Lilie führte mich (am Tage des heiligen) Polykarp (das ist der 26. Januar) in das Exil (in das Jammertal dieser Welt), der ich mit meiner Seele zum Himmel eile. Als Verstorbener höre ich auf zu sein, nachdem ich zweimal den heiligen Namen vollendet hatte und 31 (Jahre) durch die Gnade Gottes (als Bischof) geweiht und mit ihm verbunden war. Der Erde das Irdische (den Leib) zurückgebend, möge aber meine Seele, die für sich allein fortleben kann, jene Stille (der Ewigen Ruhe) schauen." |
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