Altenberger Dom
im Bergischen Land
Nordrhein-Westfalen
  


 

 
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Der Bergische Dom
Geschichte

 
 

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Vom Kloster zur Pfarrei
Geschichte der katholischen Pfarrgemeinde am Dom zu Altenberg
 

 

1. Der ehemalige Seelsorgebezirk Odenthal

 

2. Verhältnisse nach der Säkularisation

 

3. Zerstörung der Klosterkirche durch Brand im Jahr 1815

 

4. Wiederherstellung der Kirche ab dem Jahr 1833

 

5. Simultangebrauch

 

6. Ein Rektor für Altenberg

 

7. Markuskapelle

 

8. Rektoren und Pfarrer von Altenberg

 

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Vom Kloster zur Pfarrei

Als am 1. April 1915 Altenberg zu einer selbständigen Pfarrei erklärt wurde, war dies nicht nur ein Neubeginn, sondern zugleich auch der Abschluß einer Entwicklung, die viele Jahrhunderte weit zurückreicht und in der Errichtung der Zisterzienserabtei Altenberg grundgelegt ist. 

 

 

1.  Der ehemalige Seelsorgebezirk Odenthal

Der bereits am Anfang des 13. Jahrhunderts bestehende Seelsorgebezirk Odenthal umfaßte einen Bereich, der weit über die Grenzen der heutigen Pfarre Odenthal hinausging. Die verstreut wohnenden Gläubigen mußten oft einen Kirchweg von zwei Wegstunden zurücklegen, um am Gottesdienst in Odenthal teilnehmen zu können. Als nach Errichtung der Abtei Altenberg in der Klosterkirche für die auf den Besitzungen des Klosters wohnenden Laien öffentliche Gottesdienste abgehalten wurden, benutzten auch viele Odenthaler Pfarrkinder die nähergelegene Kirche, um ihren religiösen Pflichten nachzukommen. Um die Wende des 19. Jahrhunderts nahmen sogar mehr als tausend katholische Gläubige regelmäßig am Gottesdienst in Altenberg teil. Für die Seelsorge bestimmte der Konvent eigens einen Mönch, der als Betreuer des Klostergesindes zugleich der Pfarrer des Altenberger Sprengels war Er übernahm die seelsorglichen Funktionen eines Pfarrers, predigte in der Sonntagsmesse, hielt Christenlehren ab. bereitete die Kommunikanten vor, versah die Kranken und führte (sicher seit 1758) das Register der im Altenberger Sprengel verstorbenen und in der Nähe der Abteikirche Bestatteten Gläubigen. Der Pfarrer von Odenthal behielt sich lediglich Taufen, Eheschließungen und Empfang von Stolgebühren vor und machte damit deutlich, daß letztlich auch die im Altenberger Bezirk wohnenden Gläubigen der Pfarre Odenthal zugehörten.

 

 

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2.  Verhältnisse nach der Säkularisation

Als im Jahre 1803 die Abtei Altenberg aufgehoben wurde, mussten die meisten Mönche das Kloster verlassen. Der Mönch und pastor familiae Franz Josef Welter, der 1800 den Pfarrdienst übernommen hatte, wurde von dem Aufhebungskommissar beauftragt, zusammen mir den Konventualen Konstantin Habrich und Reiner Rütten den Pfarrdienst in Altenberg weiter zu verrichten, bis eine Entscheidung über den Altenberger Pfarrbezirk getroffen sei.

Über die Verwendung von Kloster und Kirche tauchten nun die verschiedensten Pläne auf. Zunächst beabsichtigte man, die Abtei in ein Franziskanerkloster umzuwandeln. Als aber beschlossen wurde, das Franziskanerkloster in Wipperfürth zu errichten, plante man, die Altenberger Klosterkirche zur Pfarrkirche der Gemeinde Odenthal zu erheben, da die Kirche von Odenthal ohnehin für die dortige Gemeinde zu klein war Ein Teil der Abteigebäude sollte dann als Schule für die Jugend der Umgebung benutzt werden. Gegen diesen Plan aber erhoben nicht nur der Patron der Kirche zu Odenthal, Graf Wolff-Metternich, sondern auch die Odenthaler Handwerker, besonders die Bäcker und Wirte Einspruch, die aus dem starken Kirchenbesuch der Umgebung ihren Haupterwerb zogen.

Da man sich über die weitere Verwendung des Klosters und der Kirche nicht einigen konnte. verkaufte man 1806 die ganze Abtei an den Kölner Weinhändler Johann Heinrich Pleunissen. In diesem Kaufvertrag wurde dem Käufer, seinen Erben und Nachkommen auferlegt, die Kirche stehenzulassen und den katholischen Gottesdienst beizubehalten. Diese Verbindlichkeit wurde auch auf den Fall ausgedehnt. daß in der Folge das Kaufstück an andere, sogar protestantische Besitzer gelangen sollte.

Durch diesen Kaufvertrag war die Fortführung des katholischen Gottesdienstes und die seelsorgliche Betreuung des Altenberger Bezirkes durch Pater WeIter zunächst gesichert. Pater Welter wirkte unter den veränderten, für ihn recht schwierigen Verhältnissen bis zum Jahre 1813 und übernahm dann die Pfarrei Lützenkirchen.

 

 

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3.  Zerstörung der Klosterkirche durch Brand im Jahr 1815

Sein Gehilfe, Pater Habrich, blieb wahrscheinlich, bis am 7.11.1815 in den inzwischen zu einer chemischen Fabrik umgewandelten Klostergebäuden ein Brand ausbrach, der nicht nur die meisten Abteibauten vernichtete, sondern auch das Dach des Domes zerstörte. Damit aber wurde dem katholischen Gottesdienst und der seelsorglichen Tätigkeit im Altenberger Bezirk ein jähes Ende gesetzt.

Schon bald nach dem Brand wurde eine Kirchen- und Hauskollekte "zur Wiederbedachung der Kirche zu Altenberg" ausgeschrieben und durchgeführt, und nach Vollendung der Reparaturarbeiten Pläne zur Wiederaufnahme des Gottesdienstes und der seelsorglichen Betreuung des Altenberger Bezirks ausgearbeitet. Zur Verwirklichung dieser Pläne kam es allerdings nicht, da am 1.10.1821 die südöstliche Vierungssäule zusammenbrach und fünf hinter ihr stehende Säulen und die Orgelwand mit wegriß. Zwar wurde es dem damaligen Grundeigentümer Friedrich Leopold von Fürstenberg-Heiligenhoven verwehrt, die Kirche abzubrechen, um ihren Materialwert nutzbar zu machen, aber da es an ausreichenden Baugeldern fehlte, stellten sich schon bald neue Witterungsschäden ein, so daß Anfang 1830 das Vierungsgewölbe und drei Joche des Chorgewölbes zusammenbrachen.

 

 

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4.  Wiederherstellung der Kirche ab dem Jahr 1833

Unterdessen war die Frage nach der Ordnung der Altenberger Pfarrverhältnisse nicht zur Ruhe gekommen. Die Einwohner des Altenberger Bezirkes vermißten bei der großen Entfernung von jeder anderen katholischen Kirche schmerzlich den Gottesdienst in einem nähergelegenen Gotteshaus. Die dringenden Gesuche der katholischen Anwohner Altenbergs auf Wiederherstellung des lang entbehrten Gottesdienstes wurden vom Kölner Erzbischof Ferdinand August Graf von Spiegel nachdrücklich unterstützt. Um dem brennenden Bedürfnis abzuhelfen und zugleich der Wiederherstellung und der künftigen dauernden Unterhaltung des Gotteshauses eine feste Grundlage zu geben, setzte sich der Kölner Erzbischof für den Plan ein, den Altenberger Bezirk aus der Pfarrgemeinde abzutrennen und zu einer selbständigen Pfarrgemeinde zu erheben. Der preußische König war nach längerem Zögern mit diesem Vorschlag einverstanden und erklärte sich bereit, zu den auf 9300 Talern veranschlagten Baukosten einen Zuschuß aus der Staatskasse zu zahlen. Aber erst vier Jahre später, am 11. 12. 1833 bewilligte er 8200 Taler zur Wiederherstellung der Kirche, machte dabei jedoch die einschränkende Bedingung, "daß daraus nicht ein neues Pfarrsystem gegründet, sondern die Kirche nur zu den gottesdienstlichen Verrichtungen der benachbarten Ortschaften, welche übrigens bei der Kirche zu Odenthal verbleiben, hergestellt werden soll". Als dann im März 1834 Freiherr von Fürstenberg-Stammheim die Kirche von seinem Vetter käuflich erworben und diese zur Verfügung der königlichen Regierung gestellt hatte, erklärte sich der König auf Bitten des Kronprinzen in einer Kabinettsorder vom 16.8 1834 bereit, weitere 11800 bis 13800 Taler (also insgesamt 20000 bis 22000 Taler) für die vollständige Wiederherstellung der Kirche zu bewilligen.

 

 

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5.  Simultangebrauch

Er knüpfte allerdings an diese Bereitstellung die Bedingung, "daß die Kirche zum Simultangebrauch auch für das Bedürfnis der in der Umgebung wohnenden Evangelischen gewidmet wird". Der Kölner Erzbischof erklärte sich am 12.11.1834 mit dieser Regelung einverstanden, versprach, nach Kräften mitzuwirken, daß der so dringende Hilfsgottesdienst eingeführt werde und schlug vor, "daß die Tage, an welchen evangelischer Gottesdienst in der Kirche zu Altenberg gehalten werden soll, ein für allemal fest bestimmt werden", Als die Instandsetzung der Kirche ihrer Vollendung entgegenging, setzten Bestrebungen ein, den gemeinsamen Gebrauch des Domes durch beide Konfessionen zu erweitern. Trotz der am 22. September 1847 unter Teilnahme des Königs erfolgten Feier zur Vollendung der Kirche konnte deshalb kein Gottesdienst stattfinden. Im wesentlichen ging es dabei um die Frage, ob beim gemeinsamen Gebrauch der Kirche beide Konfessionen gleichberechtigt seien, ob die Kirche hinsichtlich der Benutzung von beiden Konfessionen räumlich oder zeitlich aufzuteilen sei und welcher räumlichen oder zeitlichen Aufteilung man den Vorzug geben sollte. Die Verhandlungen zogen sich neun Jahre hin. Da griff der König in den Streit ein und entschied in einer Kabinettsorder vom 15. September 1856, daß "auf einem völligen Simultangebrauch der Kirche zu bestehen, und die Benutzung derselben unter beide Gemeinden mit möglicher Berücksichtigung der Bedürfnisse der Zeit nach zu teilen" sei. Daraufhin übergab am 3. Juli 1857 der Landrat Danzier von Mülheim der katholischen und der evangelischen Gemeinde die Kirche mit der Maßgabe, daß diese täglich von 8-10 Uhr und von 13-15 Uhr für den evangelischen, in der übrigen Zeit für den katholischen Gottesdienst zur Verfügung stehe. Noch im gleichen Monat, am 26.7.1857, fand durch den damaligen Pfarrer Müseler von Odenthal nach einer mehr als vierzigjährigen Unterbrechung mit einem feierlichen Dankhochamt der erste katholische Gottesdienst wieder statt. Der "Gebrauch" des Altenberger Domes ist also ein simultaner (juristischer Fachbegriff dafür: Simultaneum), die Kirche selbst, der Gegenstand des Gebrauches, ist weiterhin - ununterbrochen seit der Konsekration im Jahre 1373 - eine katholische Kirche.

 

 

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6.  Ein Rektor für Altenberg

Da die Kirche weiterhin als Annexkirche der Pfarrgemeinde Odenthal galt, ernannte der Kölner Erzbischof den Vikar Anton Josef Steinbusch zum Rektor (vicarius residens) und betraute ihn mit dem Gottesdienst und der Ausübung der Seelsorge an der Rektoratskirche Altenberg. Galt es in den ersten Jahren kirchliche Gegenstände und Paramente zu beschaffen, um den Gottesdienst würdig ausgestalten zu können, so waren die folgenden Jahrzehnte gekennzeichnet durch die ständigen Bemühungen, der Rektoratskirche eine größere kirchliche Selbständigkeit gegenüber der Pfarre Odenthal zu sichern.

Zunächst erhielt Altenberg einen eigenen Friedhof und der Rektor das Recht, die Verstorbenen seines Seelsorgsbezirkes dort zu bestatten. Wenig später erlaubte man ihm, das Sakrament der Taufe zu spenden und Wöchnerinnen auszusegnen. Gegen Ende des Jahrhunderts durfte Altenberg sogar seine eigene Fronleichnamsprozession abhalten.

 

 

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7.  Markuskapelle

Da die Benutzung des Domes für den katholischen Gottesdienst mehrere Stunden am Tage eingeschränkt ist, war es für den Seelsorger des Altenberger Bezirkes wichtig, einen Raum zu haben, in welchem der Gottesdienst zu keiner Zeit behindert war Die auf dem Gelände der ehemaligen Abtei gelegene Markuskapelle war seit der Aufhebung des Klosters stark vernachlässigt worden und diente lange Zeit als Trockenraum einer Tuchfabrik. Im Laufe des 19. Jahrhunderts ging sie in das Eigentum der gräflichen Familie Wolff-Metternich über, ohne jedoch ihrem ursprünglichen kirchlichen Zweck zugeführt zu werden. Unter Rektor Franz Heynen wurde im Jahre 1897 mit der gräflichen Familie ein Vertrag geschlossen, der festlegte, daß die Kapelle zwar im Eigentum der gräflichen Familie verbleibe, der Kirchengemeinde aber das alleinige und ausschließliche Nutzungsrecht zusagte, solange die Kapelle stehe; dafür übernahm die Kirchengemeinde die dauernde Unterhaltspflicht der Kapelle. Die Kapelle, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem trostlosen Zustand des Verfalls befand, wurde mit Mitteln des Staates und der Kirche renoviert. Prinz zu Sayn-Wittgenstein übertrug im Jahre 1967 schließlich die Kapelle in das Eigentum des Erzbistums. Sie wird zu vielen Gottesdiensten besonders kleinerer Gemeinschaften benutzt und ist aus dem Leben der Altenberger Gemeinde nicht mehr wegzudenken. In veränderter Form nach: 75 Jahre St. Mariä Himmelfahrt, Altenberg1915-1990. Festschrift zum 75jährigen Bestehen der katholischen Pfarrgemeinde am Altenberger Dom. Altenberg, 1990.

 

 

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8.  Rektoren und Pfarrer der Kath. Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt, Altenberg

 

Mönche des Klosters
Pfarrer von Odenthal
Anton Josef Steinbusch
Anton Gustav Peil
Bertram Schmitz
Franz Heynen
Peter Josef Kaspar Gruiters
Peter Josef Mostert
Johannes Falkenberg
Heinrich Bosch
Leo Ditges
Otto Schuwirth
Helmut Martin Brinkmann
Josef Mäurer
Reiner Hütten
Msgr. Johannes Hausdörfer
Msgr. Johannes Börsch

bis 1815
bis 1859
1859-1869
1869-1887
1887-1889
1889-1897
1897-1901
1901-1909
1909-1912
1912-1918
1918-1919
1919-1920
1920-1929
1929-1940
1940-1975
1976-1995
ab 1995

 

 

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